Was kommt nach dem Tod in Zentralthailand?

Der Tod ist keine feine Angelegenheit, aber gehört zum Leben dazu. Für einige Expats ist es jetzt wichtig zu erfahren, wie ist es denn hier in Thailand. Wir befinden uns in einem anderen Kulturkreis und so wird die Bestattung doch anders sein als in Deutschland. Das ist in der Tat so, denn diese Zeremonien sind nicht mit Deutschland zu vergleichen. Jetzt bin ich jetzt über 6 Jahre hier in Kamphaeng Phet und habe einige Trauerfälle erlebt. Aber immer nur als Gast und war nie selbst betroffen. Vor einigen Wochen war das anders, denn der größere Bruder war verstorben. Er war hier nicht beliebt, denn er hatte einigen Mist gebaut. Die Harmlostesten Delikte waren Diebstahl und Drogen. Aber das spielt in Thailand keine Rolle, er gehört zur Familie und wird auch so behandelt.
Seine letzten Tage verbrachte er im Süden von Thailand. Die Nachricht vom Tod erhielt meine Frau von der Exfrau des Bruders. Jetzt gilt es einiges zu organisieren und das wird mit der ganzen Gemeinschaft erledigt. Meine Frau organisierte den Transport und das musste ja in einer Kühlbox erfolgen. Die Schwester informierte die Dorfvorsteherin über das Ableben. Über die Lautsprecheranlage wurde diese Information verbreitet. Jetzt musste die Entscheidung getroffen werden, wo findet die Trauerzeit statt.


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Die Schwiegereltern mit den Kindern legten fest, diese findet in der Tempelanlage, also im Wat, also in der Tempelanlage des Ortes statt. Jede Tempelanlage ist fantastisch ausgestattet, mir einer großen Küche und mit vielem Geschirr. So brauchte kein großer Transport stattfinden, denn es war ja alles Ort. Jetzt wurde die Zeit der Totenwache festgelegt und dabei spielt das Ansehen der Familie eine große Rolle. Die Festlegung erfolgte von einem Buddhaweisen, diesen gibt es in jedem Ort. Seine Entscheidung wird akzeptiert und er legte drei Nächte fest. Jetzt ging es an das Einkaufen und einige Frauen machten sich auf dem Weg zum Markt. Es wird im großen Stil gekocht, denn die meisten Bürger der Gemeinde nahmen Abschied vom Toten. Hier gibt jede Familie 120 Baht und ein Kilo Reis der Familie. Damit werden die Ausgaben finanziert. Das klappte hier nicht, denn es musste ja der Transport aus dem Süden nach Kamphaeng Phet bezahlt werden und die Kosten lagen hier bei 20.000 Baht. Die Einnahmen beliefen sich auf 42.000 Baht und die Ausgaben lagen bei etwa 50.000 Baht. Es gibt natürlich Landarbeiter, die besitzen kein Geld zum Vorschießen. Diese bekommen ein zinsloses Darlehen von der Gemeinde was sie nachher abzahlen müssen. Aber in der Regel ist das schon ausgeglichen. Gebetet wurde am Morgen gegen 08.00 Uhr und abends gegen 20.00 Uhr. Dabei wurden die Mönche fürstlich mit Essen ausgestattet. Jetzt gibt es eine Besonderheit und diese findet am Abend nach dem Gebet statt. Glückspiele sind in Thailand verboten aber zur Totenwache erlaubt. Kaum sind, die Mönche verschwunden geht es mit dem Spielen los. Dabei werden Karten gespielt und ein Würfelspiel. Das geht dann schon in die früh. Am Tage der Verbrennung, in Thailand wird nicht beerdigt, gibt einiges zutun. Zuerst bauen die Männer aus Holz und Pappe ein Haus. Der Tode soll es ja auf den letzten Metern gemütlich haben. Die anderen Männer richten den offenen Festsaal her, denn es werden ja einige Gäste erwartet. Die Frauen kochen das Festmahl. Zu Ehren des Toten lassen sich einige junge Burschen den Kopf kahl scheiden und schlüpfen in die Kleidung der Mönche. Gegen 13.00 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung und an der Spitze wird ein Bild des Verstorbenen getragen. Das Haus, wo sich der Verbrennungssarg befindet, wird von der Familie und Bekannten gezogen. Dabei wird die Verbrennungshalle sieben Mal umrundet und dann wird der Sarg auf den Wagen vor dem Ofen gebracht. Jetzt folgen lange Zeremonien mit den Mönchen, der Familie und angesehen Personen. Dann nimmt jeder Bürger persönlich Abschied von dem Toten. Dabei müssen die Männer den rechten Aufgang und die Frauen den linken benutzen. Im Anschluss wird dann der Tode in den Ofen geschoben und die Verbrennung erfolgt. Dieses wird mit einem kräftigen Feuerwerk begleitet. Damit ist die Totenwache beendet und der Tote schwebt jetzt über uns. Alle Dorfbewohner helfen dann beim Aufräumen. Am nächsten Tag bekam meine Frau die Asche in einem Buddha Gefäß überreicht. Diese steht nun neben dem Bild des Toten und dem Bild der Mutter auf einem Ehrenplatz. Bei jedem Festessen bekommt er auch etwas, den er ist ja nicht tot, sondern lebt in einer anderen Welt.


Moon 1 moon 2 moon 3

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2 Kommentare

  1. Herbert F. Graeber said,

    2. August 2014 um 00:49

    Danke fuer diesen Klasse Bericht… Endlich mal einer, der sich die Arbeit machte, diesen Bericht zu verfassen..


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